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2011.09 Arbeitseinsatz der 4b auf dem Jaunpass

Die Woche vom 25. bis zum 30. September verbrachte die Klasse 4b mit ihren Klassenlehrpersonen A. Schaffner und Ph. Hollenstein auf dem Jaunpass zwischen dem Simmental und dem Greyerzerland.

Dieses Lager unterschied sich in einigen Punkten von den bisherigen. Zum Beispiel reisten wir auf den Jaunpass nicht nur aus Freude, sondern um die Bergbauern bei ihren Arbeiten zu unterstützen. Oder dass wichtige Teile in diesem Lager von Schülerinnen und Schülern der Klasse vorbereitet wurden. Vor allem die Hin- und die Rückreise, der Ausflug ins Wellness-Bad „les Bains de la Gruyere“ in Charmey und auch die Verpflegung jeden Tag.

Wir reisten am Sonntag via Bern-Spiez-Boltigen auf den Pass. Von da aus waren es noch gut zehn Minuten Fussmarsch bis zur abgelegenen Hütte der Steffisburger. Der Abend war geprägt vom Einleben und auch von der noch frischen und langanhaltenden Energie der TeilnehmerInnen.
Der Montag, Dienstag und der Donnerstag waren dem eigentlichen Zweck unseres Aufenthaltes gewidmet: Wir besuchten in kleinen Gruppen unter der Begleitung von zwei bis vier Bauern verschiedene Alpen. Die Arbeiten glichen sich mehrheitlich. In etwa alle drei bis vier Jahre müssen die obersten Alpweiden vornehmlich auf den Schattenseiten wieder gerodet werden, damit sie nicht von Ahorn und Buchen überwachsen werden.
Da wurde bei Robert gerecht und mit Motorbläsern Wettstreite ausgefochten, bei Harry mit viel Enthusiasmus bereits zwei Meter hohe Büsche geschnitten und auf grossen Haufen verheizt, bei Bruno war es eher ein wenig lockerer und Hans-Ueli konnte auch mal scharf antreiben.
Was von allen zurückkam, war ein grosses Dankeschön, unterstrichen von Gaben wie eigenem Käse, Wurst und reichem Zvieri. Und einen rechten Batzen konnten wir für die Klassenkasse entgegennehmen.

Als Dank offerierte die Gemeinde Boltigen am Mittwoch einen Ausflug nach Charmey ins Wellness-Bad. Begonnen hat der Tag aber schon viel früher, nämlich für einige wenige Unentwegte schon um halb fünf mit einem kleinen Imbiss. Um fünf machten wir uns auf, das Bäderhorn zu besteigen. Auf dem Weg fiel es manchen nicht leicht, sich weiter zu motivieren. Aber der reiche zMorgen auf dem Gipfel bei Sonnenaufgang bleibt unvergesslich. Carmen, Cécile, Esthi, Roxanne und Patrik erreichten mit Herrn Hollenstein die Ehre der Gipfelstürmer und wurden von Patrik im Gipfelbuch verewigt.
Wieder unten machten wir uns frisch und folgten den übrigen nach Jaun hinunter.
Der Friedhof von Jaun ist weltberühmt. Auf jedem Kreuz sind neben der Jesusfigur das berufliche Leben und die Hobbys der Verstorbenen geschnitzt.
Der Fussweg nach Charmey geriet obwohl hübsch und am Fluss entlang deutlich zu lange. Anstatt der angegebenen zwei Stunden benötigten wir eine halbe Stunde mehr. Und dies war für die gute Laune etwas zuviel. Allerdings nachdem erstmal die Wanderschuhe weg und die Badehose an waren, vergassen so manche die Strapazen und genossen die warmen Wasser. Und auch den Kaltwasserbottich, obwohl der erst ab sechzehn erlaubt war...

Eindrücklich war dieses Lager auf jeden Fall. Während drei Arbeitstagen konnten wir die Mühsal erleben, der Natur wieder ein paar Quadratmeter abzuringen, um den Ziegen und Kühen mehr Gräser und Kräuter zu bieten. Oder aber auch das Auffinden einer vom Luchs gerissenen Geiss mitzuerleben. Die Traurigkeit und den Ärger der Älpler zu spüren.
Den letzten Abend gestalteten sich die Schülerinnen und Schüler mit einer Disco bis elf und für die Ruhigeren mit einem grossen Feuer mitten im Wald bis in die frühen Morgenstunden.

Die Heimreise war der Müdigkeit entsprechend ruhig. Ab Talausgang Wimmis bis zum Tunneleingang nach Olten lag eine dicke Nebeldecke über dem Mittelland. Ein bemerkenswerter Anblick nach unseren fünf herrlichsten Altweibersommertagen in den Bergen. Mit einem letzten körperlichen Höchsteinsatz schafften wir einmal mehr den Anschluss von Gleis sechs auf sechzehn und erreichten Dornach mit der S3 entspannt und bereit für die erholsamen Ferien.

P. Hollenstein